Prora



Koloss Prora

Koloss von Prora auf Rügen

Für die einen ist Prora ein Seebad, für die anderen ist es dagegen die prominenteste Immobilie auf Rügen. Weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus ist das Seebad an der Ostsee für den Koloss von Prora bekannt. Er gehört zu den bekanntesten Immobilien in Deutschland, ist ausgehend von dem wunderschönen Sandstrand des Seebades aber kaum zu sehen. Die Immobilie befindet sich auf der Schmalen Heide. Der Geröllgürtel verbindet Granitz mit der beliebten Halbinsel Jasmund auf Rügen. Der Traumstrand von Prora erstreckt sich entlang der Wiek über mehrere Kilometer. Der Gebäudegigant an sich ist ausgehend von dem idyllischen Sandstrand jedoch nicht zu sehen. Er wird in weiten Teilen von dem Kiefernwald bedeckt. Doch auch wenn man vor dem Koloss von Prora steht, lassen sich dessen Ausmaße nur schwer erahnen. Die einzige Möglichkeit, um sie zu erfassen, ist ein Blick aus der Luft.

Urlaub total in Prora

Dass Prora an und für sich nur wenig mit den sonst doch so mondänen Seebädern auf Rügen gemein hat, wird Urlaubern vor allem dann bewusst, wenn sie vor dem Koloss von Prora stehen. Ohne Zweifel hat dieser Betonklotz das Attribut gigantomanisch verdient. Es war die Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF), die im Jahr 1936 mit dem Bau begonnen hat. Sie wollte eine zentrale Festhalle mit ausreichend Platz für rund 20.000 Menschen schaffen. Rechts und links von dieser Halle entstanden jeweils vier sechsgeschossige Wohnblöcke mit einer Länge von mehr als einem halben Kilometer. Der Kern des Komplexes ist heute der Koloss von Prora. Er wurde auf einer Länge von rund 4,5 Kilometern entlang der Küste errichtet.

Der Koloss von Prora

Der Koloss von Prora ist zu einem der wichtigsten Ziele für geschichtsinteressierte Besucher Rügens geworden. Ursprünglich sollte dieser Betonklotz mit Gemeinschaftshäusern, die bis zum Strand reichen, Seebrücken, Theatern und Geschäften aufwarten können. In der Anlage sollten den einstigen Plänen zufolge rund 5000 Angestellte arbeiten. Allein sie hätten dem Koloss von Prora einen kleinstadtartigen Charakter gegeben. Von Anfang an wurde das Seebad Prora lediglich propagandistisch eingesetzt. Die Arbeiten an dem Seebad wurden durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gestoppt. Geblieben ist in Prora eine gigantische Baustelle. Die Arbeiter, die an dem Bau beteiligt waren, wurden nach Peenemünde gebracht, um auf Usedom die Heeresversuchsanstalt aufzubauen.

Prora und seine Museen

Jedes Jahr zieht es zahlreiche geschichtsinteressierte Urlauber nach Prora. Es sind vor allem die Museen von Prora, die die Menschen anlocken und eine gewisse Faszination vermitteln. Historisch Interessierte kommen in dem Doku-Zentrum von Prora auf ihre Kosten. In dem Zentrum können sich Gäste umfassend über die Vorgeschichte, die Planung und eben auch die Baugeschichte informieren. Anhand von Bilddokumenten und Schautafeln werden auch die sozial- und gesellschaftshistorischen Hintergründe des Nationalsozialismus erklärt. Auch die KulturKunststatt Prora ist einen Besuch wert. Sie erstreckt sich über insgesamt fünf Stockwerke und fasst fast 5000 m². Das Museum wurde in verschiedene Sektionen eingeteilt und bietet zudem Galerien und ein Kaffeehaus. Sehr sehenswert ist auch das Eisenbahn- und Technikmuseum. Es umfasst ein Areal von rund 10.000 m². In der mittleren Halle können überwiegend Oldtimer besichtigt werden.

2 Antworten auf “Prora

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