Nationalpark Vorpommersche

Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Kraniche im Nationalpark

Es ist das sanfte Wechselspiel zwischen seichten Höhen und langen Ebenen die im Norden Deutschlands den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zum Kleinod zahlreicher Naturfreunde machen. Atemberaubende Landschaftszüge, ein Hauch von Ursprünglichkeit und eine Ruhe, wie man sie an der Küste Deutschlands häufig vergebens sucht, machen das Schutzgebiet zu einer idyllischen Welt, in der der Alltag in Vergessenheit geraten kann.

Zu den wohl bekanntesten Bewohnern und Gästen des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gehören die Kraniche. Jedes Jahr können sie in dem 805 km² großen Schutzgebiet beobachtet werden. In den letzten Jahren hat sich der Vogelzug im Norden und Nordosten Deutschlands zu einem wahrhaft faszinierenden Schauspiel entwickelt, das mit seinem Ausmaß jedes Jahr mehr Besucher anzieht. Tausende der fünf bis sieben Kilogramm schweren Tiere können an zahlreichen Orten im Nationalpark beobachtet werden.

Symbol zahlreicher Legenden

Kraniche im Sonnenuntergang

Kraniche im Sonnenuntergang

Seine Faszination verdankt der Kranich seit jeher der Mythologie. In vielen Legenden und Sagen hat er im Empfinden der Völker seinen Platz gefunden. Schon im alten Ägypten war der Kranich bekannt und galt bei den Menschen als Sonnenvogel. Auch Friedrich Schiller setzte sich in seinem Werk „Kraniche des Ibykus“ mit diesem majestätischen Vogel auseinander. Bis heute hat er an Eleganz nicht verloren. Der Kranich kehrt jedes Jahr ab Mitte Februar aus seinen im Süden gelegenen Winterquartieren in den Norden Europas zurück. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft sorgt der Kranichzug jedes Jahr im Mai für ein unvergessliches Ereignis.

Wussten Sie, dass der Kranich mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,20 Metern in einer beeindruckenden Höhe von bis zu 4000 Metern unterwegs ist. Er kann in der Stunde eine Distanz von 45 bis 60 Kilometern zurücklegen. Doch nicht nur der Flug des Kranichs gleicht einem doch imposanten Wunderwerk der Natur. Wenn Sie einmal in den Genuss gekommen sind, mehrere Kraniche zu beobachten, werden Sie sich mit Sicherheit an dessen gigantisches Stimmvolumen erinnern. Verantwortlich dafür ist die überraschend lange Speiseröhre mit einer Länge von bis zu 1,30 Meter.

Kraniche sind sehr vorsichtige Tiere. Bereits bei den kleinsten Geräuschen ergreifen Sie die Flucht.

Beobachtungen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Gleich mehrere Standorte bieten sich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft für Kranich-Beobachtungen an. Nutzen Sie die Gelegenheit und bringen Sie ausreichend Zeit mit. Um den abendlichen Einflug der Kraniche hautnah miterleben zu können, bietet sich der Boddendeich südlich von Zingst an. Hier wurden von der Nationalparkverwaltung zwei Beobachtungsplattformen errichtet. Darüber hinaus empfehlen sich für Beobachtungen

• an der südlichen Boddenküste die Plattform bei Bisdorf und • die Beobachtungsplattform Tankow auf Ummanz.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Beobachtungsplattformen bereits vor dem Eintreffen der Kraniche aufzusuchen und sie auch erst zu verlassen, wenn diese ihre Nachtruhe beginnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Tiere wieder aufgeschreckt werden. Ein besonderes Highlight sind während der Beobachtungen die Zwischenlaute der Jungvögel. Sie erinnern an die leisen Laute bekannter Singvögel.

Nicht nur im Frühling bietet sich die Möglichkeit, einen Blick auf den Kranich zu werfen. Seinen Höhepunkt erlebt der Kranichzug jedes Jahr im Oktober. In frostfreien Jahren können die Tiere bis in den November hinein beobachtet werden. Ein besonders schöner Blick auf die Tiere ist tagsüber ausgehend von dem „Kranich Utkeik“ in der Nähe von Hohendorf an der südlichen Boddenküste möglich. Von diesem Aussichtspunkt bietet sich ein grandioser Ausblick auf die nach Nahrung suchenden Tiere.

Fakten zum Kranich

  • Gewicht: 5 bis 7 Kilogramm
  • Länge: 110 bis 130 Zentimeter
  • Flügelspannweite: bis zu 2,20 Meter
  • Fluggeschwindigkeit: 45 bis 60 km/h
  • Jährliche Flugstrecke: 4.000 bis 12.000 Kilometer
  • Interessante Fakten: Die keilförmige Zugstaffel der Kraniche verringert den Luftwiderstand. Dadurch sparen die Tiere Energie.

Quellhinweis Bilder:

  1. Kraniche im Nationalpark © Steve Byland – Fotolia.com
  2. Kraniche im Sonnenuntergang © stefanholm – Fotolia.com

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