Überwinterungsgebiet für Seeadler

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Seeadler auf Usedom

Mit den ersten kalten Nächten kommt der Winter mit großen Schritten in Deutschlands Nordosten. Gemeinsam mit Frost, Kälte und Schnee ändert sich nicht nur das Leben für die Menschen. Auch für die Tiere der deutschen Ostseeküste beginnt eine neue Zeitrechnung. Die beliebte Sonneninsel Usedom, die über den Peenestrom erreicht werden kann, gilt seit Jahren als wichtiges Brut- und Überwinterungsgebiet für Seeadler. Die königlichen Greifvögel sind seit alters her rund um das Achterwasser, dem Peenestrom, sowie dem Oderhaff zu finden. Gerieten sie lange Zeit im Zuge des wachsenden Tourismus in den Schatten, genießen sie heute wieder mehr Aufmerksamkeit und Schutz. Nicht nur auf Usedom, sondern ebenso im Hinterland von Mecklenburg-Vorpommern sind mehrere Brutpaare der Greifvögel mittlerweile zu Hause. Als Überwinterungsgebiet wird Usedom vor allem in sehr kalten Wintern genutzt, wenn die Seen im Binnenland zufrieren. Sowohl aus dem deutschen Binnenland als auch aus Skandinavien zieht es die Seeadler zu dieser Zeit nach Usedom.

Brutbestand nimmt erfreulich zu

Königlicher Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern

Königlicher Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern

Auch in kalten Wintern verfügt Usedom meist noch über offene Wasserflächen und bietet den Seeadlern damit gute Ernährungschancen. Auf der Insel nimmt der Brutbestand der Seeadler wie im gesamten Ostseeraum erfreulich zu. Heute brüten auf ihr regelmäßig wieder 15 bis 18 Brutpaare. Darüber hinaus sind auf Usedom mehrere Schlafgemeinschaften von Seeadlern zu finden, die nicht brüten und unausgefärbt sind. Sie lassen sich vor allem an nahrungsreichen Gewässern wie dem Achterwasser nieder. Heute gilt Usedom vermutlich als wichtig für die Nicht-Brüter-Population der Tiere. Durch Tiere, die der Populationsreserve zugesprochen werden müssen, werden fehlende Brutvögel ersetzt. 2009 gab es auf dem Eiland insgesamt 18 Revierpaare. Allerdings konnten nur sieben Paare erfolgreich brüten. Der geringe Reproduktionserfolg wird auch weiterhin häufig durch intensive Störungen durch Menschen oder Artgenossen begründet.

Neues Seeadler-Projekt auf Usedom

Seeadler auf der suche nach Futter

Seeadler auf der suche nach Futter

Auf Usedom soll nun im Zuge eines neuen Projekts die Bedeutung der Insel als Überwinterungs- und Brutgebiet für Seeadler geklärt werden. Dabei gilt es zentrale Fragestellungen zu diesen Themen zu beantworten. Ziel ist es darüber hinaus eine Datengrundlage zu entwickeln. Durch sie soll Usedom auch langfristig für den Seeadler attraktiv gehalten werden. Auf dem Gnitz liegt im Zuge des aktuellen Projekts besonders viel Aufmerksamkeit. Erst im Anschluss sollen der Peenemünder Haken, sowie die Inselseite, die dem Achterwasser zugewandt ist, untersucht werden. Im Fokus steht dabei die Bedeutung dieser Gebiete für den Schutz der Seeadler.

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