Rügens Ziele abseits der Strände

Radfahren auf Usedom

Radfahren auf der Insel

Die meisten Urlauber lernen Deutschlands größte Insel entlang der Küste kennen. Doch auch Rügens Ziele abseits der Strände sind ausgesprochen sehenswert. Sie zeigen die Vielfalt dieser beeindruckenden Insel. Einer der Höhepunkte ist das Jagdschloss Granitz. Aus der Ferne wirkt der historische Bau wie Disneyland. Seit Jahrzehnten hat es an majestätischem Glanz kaum verloren. Die Granitz, die zwischen Binz und Sellin gelegen ist, ist das größte Waldgebiet Rügens. Sie ist ein Paradies für Naturfreunde. Gerade an heißen Sommertagen ist die Granitz ideal und bietet stets eine angenehme Frische. Über weite Strecken können Wanderer und Radfahrer das Waldgebiet im Schatten erkunden. Eine der bekanntesten Pflanzen ist das Farnkraut, das am Waldrand wächst und weite Teile der Granitz begleitet.

Ein einstiges Jagdrevier

Jagdschloss Granitz auf Rügen

Jagdschloss Granitz auf Rügen

Einst handelte es sich der Granitz um ein Jagdrevier. Noch heute ist das Jagdschloss eine der wichtigsten Reminiszenzen, die aus eben jener Zeit stammen. Es wurde ab dem Jahr 1837 erbaut und hat eine beeindruckende Größe erhalten. Gebaut wurde das Jagdschloss aufgrund einer Idee des preußischen Königs Wilhelm IV., der die Sommer häufig auf Rügen verbrachte. Entworfen und geplant wurde das Bauwerk vom einstigen Stararchitekt Karl Friedrich Schinkel. Dabei ließ es sich Schinkel nicht nehmen, mit beeindruckenden Details zu glänzen.


So wurde das Jagdschloss mit einer Aussichtsplattform in einer Höhe von 144 Metern errichtet. Sie garantiert einen wunderschönen Blick über die Granitz. Mittlerweile handelt es sich bei dem Schloss um ein beeindruckendes Museum, in dem vor allem der Rittersaal zu den Highlights zählt. In ihm kann eine alte Rüstung besichtigt werden. Darüber hinaus warten Krummsäbel und ein Radschlossgewehr aus dem Jahr 1579 darauf entdeckt zu werden.

Bei den einstigen Bewohnern des Jagdschlosses handelte es sich um wahre Jagdliebhaber. Sie waren aber auch für ihr Faible fürs Skurrile bekannt. Dies zeigt sich vor allem bei der Einrichtung, die beispielsweise Möbel aus Hirschhorn umfasst. Ausgehend vom Jagdschloss Granitz erreichen Urlauber problemlos die nächste Haltestelle des Rasenden Rolands. Die Kleinbahn ist vor allem für ihre Dampflok bekannt und gehört zu den wohl traditionsreichsten Inselattraktionen Rügens. Der Rasende Roland fährt von Putbus bis Göhren. An zahlreichen Stationen bietet sich die Möglichkeit ein- und auszusteigen.

Zwischenstopp Sellin

Seebrücke Sellin

Seebrücke Sellin

Unverzichtbar ist ein kurzer Zwischenstopp im Seebad Sellin. Bis heute ist der Urlaubsort vor allem für seine schöne Bäderarchitektur bekannt. Architektonisch hat Sellin ähnlich viel zu bieten wie Binz, allerdings hält sich der Trubel in dem Seebad in Grenzen. Eine der Attraktionen ist das Steilufer. Über insgesamt 89 Stufen gelangen Besucher problemlos auf die bekannte Selliner Seebrücke. Sie hat eine Länge von 400 Metern und ist damit die Längste auf Rügen. Ausgehend vom Steilufer bietet sich ein wahrlich grandioser Blick auf die Ostsee. Nicht zuletzt aufgrund des Blicks erfreut sich das Standesamt auf der Seebrücke großer Popularität.

Bei den Außerirdischen

Wer Hochzeiten mag, kann dem wohl außergewöhnlichsten Standesamt der Insel einen Besuch abstatten. Es liegt in Binz und ähnelt mit seiner Optik in erster Linie einem Ufo. Einst war das Standesamt eine Rettungsstation, die im Jahr 1968 eingerichtete wurde. Es war der Binzer Architekt Ulrich Müther, der für den Entwurf zuständig war. Rügen ist aber auch für seine weiß leuchtenden Gebäude bekannt, die sich mit Balkonen, Loggien und Balustraden zu erkennen geben. Viele von ihnen konnten mit Liebe zum Detail erhalten werden.

Binz - Hotelurlaub am Strand

Binz: Hotelanlage am Strand

Binz gilt mittlerweile als die heimliche Inselhauptstadt und hat Bergen damit einen wichtigen Rang abgelaufen. Pro Jahr verzeichnet das Seebad etwa zwei Millionen Übernachtungen und ist damit in jedem Fall ein touristisches Schwergewicht. Schon 1884 wurde Binz zum Seebad ernannt. Zu dieser Zeit trafen viele Gäste via Schiff ein. Während die Dampfer selbst auf der Ostsee ankerten, mussten die Fischer die Urlauber mit ihren Booten abholen. Lange Zeit erfolgte der Umstieg über eine Strickleiter. Erst 1902 wurde schließlich die Binzer Seebrücke gebaut. Sie konnte das Problem lösen.

Baumwipfelpfad und Erlebnisausstellung in Prora

Baumwipfelpfad und Erlebnisausstellung in Prora

Die Binzer Seebrücke ist für ihren Trubel bekannt. So legen an ihr auch die zahlreichen Ausflugsschiffe wie die Mönchgut ab. Sie steuern mit den Kreidefelsen eine der größten Attraktionen der Insel an. Die Mönchgut passiert während ihrer Fahrt auch Prora. Hier wollten die Nazis während des Zweiten Weltkriegs das größte Seebad der Welt errichten. Von Bord aus bietet sich Urlaubern ein wunderbarer Blick auf die grauen Klötze, die sich kilometerweit am Strand entlang ziehen. Seit Ende Mai beheimatet Prora zudem das neue Naturerbezentrum Rügen. Es dürfte sich damit in den kommenden Jahren zum Höhepunkt zahlreicher Naturfreunde entwickeln. Herzstück ist der insgesamt ein Kilometer lange Baumwipfelpfad. Highlight der Fahrt ist der Königsstuhl, der zu den am meisten fotografierten Motiven der Insel gehört. An diesem Felsen soll der berühmte Klaus Störtebeker in einer Höhle seinen Schatz versteckt haben. Bis heute ist unbekannt, wo er den Schatz tatsächlich versteckte.

Quellhinweis Bild: (Radfahren auf der Insel) © Alina Isakovich – Fotolia
Quellhinweis Bild: (Jagdschloss Granitz auf Rügen) © RCphoto – Fotolia.com
Quellhinweis Bild : (Baumwipfelpfad und Erlebnisausstellung in Prora) © Die Erlebnis AKADEMIE AG

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